Vor-Ort-Apotheken in Siegen-Wittgenstein unterstützen

Regionales Fachgespräch zur Apothekenreform mit Benedikt Büdenbender (CDU)

Apotheken in Siegen-Wittgenstein sind ein wichtiger Baustein der lokalen Gesundheitsversorgung. Um bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, berät die Bundespolitik aktuell den Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung. Die Ausrichtung dabei ist klar: Apotheken vor Ort sollen unterstützt werden und erhalten bleiben.

Zur Diskussion des Gesetzesvorhabens lud CDU-Bundestagsabgeordneter Benedikt Büdenbender regionale Apothekerinnen und Apotheker zum Austausch ein. Zugeschaltet war zudem Simone Borchardt MdB, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Beide Abgeordneten betonten die elementare Bedeutung der Apotheken vor Ort für die flächendeckende Arzneimittelversorgung und die qualifizierte Beratung, insbesondere im ländlichen Raum. Diese Dienste seien unverzichtbar für die Versorgungssicherheit und bedürften weiterer Unterstützung und Optimierung.

Apothekerinnen und Apotheker aus Siegen-Wittgenstein äußern Bedenken angesichts der anhaltenden Unterfinanzierung ihrer Betriebe. Die letzte Vergütungsanpassung im Apothekenbereich erfolgte im Jahr 2013, seither sind die Kosten um rund 65 Prozent gestiegen. Zusätzlich bestehen strukturelle Herausforderungen. Anders als Versandapotheken leisten Präsenzapotheken Not- und Nachtdienste.
Im Kreis Siegen-Wittgenstein haben im Jahr 2025 fünf Apotheken ihren Betrieb eingestellt. Aktuell sichern noch 54 öffentliche Apotheken die Versorgung der Bevölkerung. Das geplante „Gesetz zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung“, für das seit Dezember 2025 ein Entwurf vorliegt, soll bestehende Defizite beheben.

Simone Borchardt wies darauf hin, dass sie weitere Verbesserungen am Gesetzentwurf erwartet. Insbesondere forderte sie, das Apothekenfixum von derzeit 8,35 Euro auf 9,50 Euro zu erhöhen, wie es auch im Koalitionsvertrag vorgesehen ist. Ein zusätzlicher Notdienstzuschlag sei ebenfalls erforderlich. Für die Versorgungssicherheit seien darüber hinaus verbindliche Regelungen etwa zu vorgeschriebenen Kühlketten notwendig, da diese beim Versandhandel häufig nicht gewährleistet werden könnten. Einen verbesserten Zugriff auf Verordnungsdaten betonte sie als wichtig, um zu möglichen Wechselwirkungen von Medikamenten beraten zu können.

Positiv hervorgehoben wurden die Erweiterung der Impfkompetenzen sowie zusätzliche Präventionsangebote durch Apotheken. Ziel bleibe, Apotheken als integralen Bestandteil der Gesundheitsversorgung weiter zu stärken.

Gero von Fircks, Sprecher der Apotheken in Siegen-Wittgenstein, regte an, eine Erhöhung des Fixums bereits vorab per Verordnung umzusetzen. Simone Borchardt verwies jedoch auf die Notwendigkeit, die Apothekenreform insgesamt zu betrachten. Zukünftig sollen Krankenkassen und Apotheken über eine Anpassung der Honorare verhandeln, was auf Seiten der Apothekerschaft Skepsis hervorruft. Auch die Struktur der gesetzlichen Krankenversicherung mit zahlreichen Landesverbänden wurde kritisch diskutiert.
Eine verbesserte finanzielle Situation der Apotheken wird insbesondere im Hinblick auf die Gewinnung und Bindung von Fachkräften als notwendig erachtet. In diesem Zusammenhang spielt eine angepasste Vergütung eine zentrale Rolle.

Einigkeit bestand bei allen Beteiligten hinsichtlich der zügigen Umsetzung der Apothekenreform. Benedikt Büdenbender und Simone Borchardt dankten ausdrücklich für die zahlreichen praxisnahen Anregungen, beispielsweise zu spezialgesetzlichen Regelungen und zur Weiterbildung pharmazeutisch-technischer Assistenten (PTA). Der direkte Austausch mit Praktikerinnen und Praktikern vor Ort wurde als erheblicher Mehrwert gegenüber allgemeinen Verbandsstellungnahmen hervorgehoben. Apothekerschaft und Politik streben an, weiterhin im offenen Dialog zu bleiben.