Nationalpark-Debatte erneut aufzuwärmen, hilft der Region nicht

Benedikt Büdenbender (CDU) weist Kritik der FDP entschieden zurück

Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Benedikt Büdenbender hat die Kritik der FDP-Kreistagsfraktion an seiner Haltung zum möglichen Nationalpark in Siegen-Wittgenstein deutlich zurückgewiesen.

„Die FDP tut so, als beginne die Diskussion gerade erst. Tatsächlich haben wir diese Debatte in der Region bereits vor rund zwei Jahren intensiv geführt. Mit einem klaren Ergebnis: Für einen Nationalpark gibt es keine breite Unterstützung. Genau diese breite Unterstützung wäre aber die Voraussetzung für ein solches Projekt“, so Büdenbender. Das Thema nun erneut aufzurollen, schaffe vor allem Verunsicherung. „Wer eine Entscheidung, die politisch und gesellschaftlich bereits getroffen wurde, immer wieder neu aufmacht, hilft unserer Region nicht weiter.“

Deutliche Kritik übt Büdenbender an der von der FDP ins Spiel gebrachten Verknüpfung eines Nationalparks mit Infrastrukturprojekten wie der Route57. „Zu behaupten, man könne über einen Nationalpark Straßenbauprojekte schneller voranbringen, ist schlicht absurd. Infrastrukturprojekte in Deutschland werden nach klaren Planungs- und Genehmigungsverfahren umgesetzt – nicht über politische Tauschgeschäfte. Wer so argumentiert, zeigt vor allem, dass er die Realität dieser Verfahren nicht kennt.“

Auch die wirtschaftlichen Erwartungen der FDP bewertet der CDU-Abgeordnete kritisch. „Der Behauptung, die Touristen kämen dann von selbst, ersetzt keine seriöse wirtschaftliche Analyse. Erfahrungen aus anderen Regionen zeigen vielmehr, dass viele der im Vorfeld versprochenen touristischen Effekte später deutlich geringer ausfallen als angekündigt. Wer verantwortungsvoll Politik macht, sollte solche Versprechen nicht leichtfertig in den Raum stellen.“

Zudem weist Büdenbender darauf hin, dass das aktuell diskutierte Konzept für einen möglichen Nationalpark auch fachlich kritisch gesehen werden muss. „In Gesprächen mit Experten wird deutlich, dass die bislang skizzierte Fläche erhebliche strukturelle Schwächen aufweist. Zu viele Außengrenzen und zu wenig zusammenhängende Kernfläche. Genau solche Konstruktionen gelten als problematisch.“

Für Siegen-Wittgenstein sieht Büdenbender deshalb andere Prioritäten: „Unsere Region ist wirtschaftlich stark, weil hier Natur, Industrie und Mittelstand seit Jahrzehnten gut zusammenarbeiten. Diesen funktionierenden Status quo sollten wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.“

Statt einer erneuten Grundsatzdebatte fordert der Bundestagsabgeordnete mehr Geschlossenheit bei zentralen Zukunftsfragen der Region: „Was Siegen-Wittgenstein jetzt braucht, sind bessere Straßen, bessere Schienenverbindungen und eine klare wirtschaftliche Perspektive. Dafür sollten wir als Region gemeinsam kämpfen.“